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Historische Handspielpuppen ziehen ins Freilichtmuseum ein

Die Dauerausstellung „Spielwelten“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg hat neue alte Schätze aufgenommen: Die Besucher sehen eine seltene Sammlung von 90 Handspielpuppen der 1920er Jahre. Interessierte erfahren, wie sich die Kunst des Puppentheaters in der Region entwickelte. Als einzige Ausstellung in Deutschland legt „Spielwelten“ einen Schwerpunkt auf die Entwicklung der Spielzeugkultur bis 1980. Das Museum ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr und am Wochenende sowie feiertags von 10-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Museum kostet 9 Euro, Besucher unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Besucher entdecken in der Dauerausstellung neuerdings 90 historische Handspielpuppen. Das Freilichtmuseum stellt das Werk von zwei regionalen Puppenspielern vor, die die alte Spielkunst vom Jahrmarkt der 20er Jahre bis in die Wohnzimmer der 1950er Jahre brachten: Friedrich Arndt, bekannt durch seine Inszenierung des „Hohnsteiner Kaspers“ im Hamburger Rundfunk und Fernsehen, sowie Walter Büttner, etabliert durch seine Filme über den „Heidekasper“. Das Handpuppenspiel ist rund 700 Jahre alt. Es entwickelte sich vom Volksvergnügen mit derben Späßen für Erwachsene zum pädagogischen Werkzeug und Spielzeug für Kinder.

Auch im Bereich Volksvergnügen der „Spielwelten“-Ausstellung sind weitere Schätze eingezogen. Hier sehen Besucher einst selbstgebaute Riesenräder aus Holz, ein Modell des Kiekeberger Kettenfliegers und zahlreiche in der Not gebastelte Spielzeuge aus der Nachkriegszeit. Jahrmärkte waren wichtige Höhepunkte im Jahresverlauf. Durchreisende Händler boten den einfachen Leuten Gelegenheit für Genuss und Nervenkitzel in der spärlichen Freizeit, aber auch Vieh und lang entbehrte Haushaltswaren.

Die „Spielwelten“-Ausstellung widmet sich in zehn Themenwelten insbesondere dem Spielzeug, mit dem heutige Eltern und Großeltern spielten: Von Konstruktionsspielzeug, wie Lego, über Playmobil oder Spielzeugautos, bis hin zu Tauschobjekten und Spielekonsolen. „Die Zeit zwischen 1950 und 1980 ist besonders spannend“, erklärt Stefan Zimmermann, Direktor des Freilichtmuseums am Kiekeberg. „Denn gesellschaftliche Umbrüche und veränderte Wirtschaftsbedingungen spiegeln sich im Spielzeugangebot wider. Andere Inhalte und Werkstoffe setzen sich durch und neue Spielzeugproduzenten erobern den Markt.“  Begehbare Spielzeugläden mit originalgetreuer Einrichtung von 1900, 1950 und 1980 zeigen den Wechsel von der manuellen Fertigung zur seriellen Massenproduktion. Statt Soldaten- oder Kriegsspielen gelangen nach 1945 Themen wie Mobilität, Freizeit oder Raumfahrt in die Kinderzimmer.

In der „Spielwelten“-Ausstellung ist Mitmachen erwünscht! Am Legotisch lassen Kinder ihrer Kreativität freien Lauf, sie malen oder bauen Papierflieger. Erwachsene erinnern sich an PC-Spiele-Klassiker wie Pacman oder Pong. Ihr altes Super Mario Bros. Spiel von Nintendo  probieren sie hier noch einmal aus. Eine interaktive Station lockt zum Schiffe versenken oder Tic-Tac-Toe spielen. Besucher erleben in den „Spielwelten“ außerdem ein Stück Regionalgeschichte: Anziehungspunkt für Kinder ist die Rutsche und das Karussell aus dem ehemaligen Harburger Schuhgeschäft Raczka. Hier vergnügen sich die Kleinen, während Eltern und Großeltern alte Spielzeuge wieder entdecken.

Mehr als 2.000 Exponate, Mitmachangebote und Medienstationen nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise. Die Dauerausstellung „Spielwelten“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg wurde 2016 eröffnet und wird gefördert durch verschiedene Projektpartner: Die Stiftung der Sparkasse Harburg-Buxtehude und die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Stiftung Niedersachsen, die Klosterkammer Hannover, die Zeit-Stiftung, die VGH-Stiftung sowie den Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg e. V.