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“Gelebte Geschichte” im Freilichtmuseum am Kiekeberg – Alltag auf dem Land vor 200 Jahren

Eine Woche lang verbringen Darstellende der „Gelebten Geschichte“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg im Landkreis Harburg den Alltag als Hofgemeinschaft wie im Jahr 1804. Von Montag bis Sonntag, dem 18. bis 24. Juli, können Besucher ihrem Tagesablauf von 10 bis 18 Uhr im Pringens Hof zuschauen. Am Wochenende, 23. und 24. Juli, sehen Interessierte außerdem, wie viel fortschrittlicher Elbfischer um 1904 und wie karg Flüchtlinge und Vertriebene nur 40 Jahre später lebten. Zeitgleich findet bis 21. August täglich das „Sommerspaß“-Ferienprogramm für Kinder statt. In der Zeit ist das Freilichtmuseum montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro für Erwachsene, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.

Etwa zehn Darstellende verbringen eine Woche ihre Zeit ganz im Rhythmus der Bauernfamilie Meybohm, die noch um 1800 im Pringens Hof gelebt hat. Museumsdirektor Stefan Zimmermann erklärt: „Wir wollen regionale Geschichte für Kinder und Erwachsene anschaulich und greifbar machen. Bei uns lernen Besucher auch die Familienstrukturen von früher kennen.“ In rekonstruierter Kleidung spinnt die Großmutter Schafwolle. Die Magd bereitet über dem Feuer Gemüsesuppe mit Mehlklößen oder Buchweizenpfannenkuchen zu. Mit der Bäuerin trägt sie Wasser im Holzzuber. Dienstag und Sonnabend backen sie zudem Brot und Butterkuchen im großen Lehmbackofen. Der Bauer und die Knechte schnitzen Löffel und schleifen Buttermesser. Die versierten Darstellenden beantworten die Fragen von Besuchern.

Im Rahmen des „Sommerspaß“-Programms kochen Kinder an historischen Herdstellen wie früher Kartoffelpuffer oder Pflaumenkompott. Sie stellen Kräutersalz her und basteln Tischdekorationen zum Mitnehmen. In der Sonderausstellung „Herdanziehungskraft. Küche und Kochen“ im Agrarium entdecken Familien Puppenküchen, Küchengeräte und Koch-Geschichten der vergangenen 150 Jahre.

Am Wochenende, 23. und 24. Juli, zeigen weitere ehrenamtliche Darstellende das Leben einer Fischerfamilie in der Elbmarsch im Jahr 1904. Mit erstem elektrischen Licht flickt der Fischer seine Netze. Die Familie baut im Kräutergarten Gemüse für den Hamburger Markt an. An der „Nissenhütte“ zeigt die Darstellergruppe 1945, wie sie Brennnesseln und Eicheln sammeln und auf der „Kochhexe“ zu Tee kochen – denn nur 40 Jahre später kämpften Vertriebene und Flüchtlinge wieder ums Überleben. Geschichte zum Anfassen am Kiekeberg.

 

Nächste „Gelebte Geschichte“-Termine:

Sbd/So, 20./21. August, 10–18 Uhr

Sbd/So, 17./18. September, 10–18 Uhr

Sbd/So, 22./23. Oktober, 10–18 Uhr („Vom Acker in den Topf – Erntezeit im Museum“ 23.10)

 

Seit 2004 ist die „Gelebte Geschichte“ ein fester Bestandteil des Programms im Freilichtmuseum. Die Idee der so genannten „Living History“ stammt aus den angelsächsischen Ländern, Skandinavien und den Niederlanden.

 

 

 

 

 

 

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