
Eröffnung der 1950er-Jahre-Tankstelle
15. September 2019 um 14:00
Eröffnung der 1950er-Jahre-Tankstelle
in der „Königsberger Straße“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg
Sonntag, 15. September 2019 ab 14 Uhr
Sie ist ein Symbol für den Aufbruch in das automobile Zeitalter: die Tankstelle in den 1950er Jahren. Am Sonntag, dem 15. September ab 14 Uhr, eröffnet das Freilichtmuseum am Kiekeberg eine 1950er-Tankstelle. Am Nachmittag gibt es regelmäßige Führungen, unter anderem durch Projektleiter Alexander Eggert, Architektin Theda Pahl und Museumsdirektor Stefan Zimmermann.

Tankstelle Mehrtens Ansicht von oben, nach 1955

Tankstelle Mehrtens, nach 1961
Das Freilichtmuseum hat die Tankstelle im Rahmen des Projekts „Königsberger Straße“ aufgebaut, das zeigt, wie sich das Leben in der Zeit von 1949 bis 1970 entwickelte. Museumsdirektor Stefan Zimmermann erläutert: „Die Tankstelle haben wir im Jahr 2018 aus Stade geholt. Wir haben sie in den Zeitschnitt von 1955 zurückversetzt – mit den charakteristischen Gasolin-Farben rot-weiß. In unserer ‚Königsberger Straße‘ verdeutlicht sie die großen Veränderungen, die sich durch den steigenden Individualverkehr während Wiederaufbau und Wirtschaftswunder auch auf dem Lande einstellten.“ Die Tankstelle ist das erste Gebäude, das in der neuen „Königsberger Straße“ fertiggestellt wird. Weitere fünf Gebäude – zwei Siedlungshäuser, ein Geschäftshaus ein Fertighaus und ein kleiner Bauernhof – werden bis 2023 aufgebaut.
Für das Freilichtmuseum am Kiekeberg ist die Stader Tankstelle ein Glücksfall. „Häufig wurden Tankstellen aus der Frühzeit abgerissen oder für neue Nutzungen stark umgestaltet“, erklärt Stefan Zimmermann. „In manchen Orten ist der besondere Wert der Gebäude erkannt worden: Sie stehen jetzt unter Denkmalschutz.“ In Stade endete der Tankbetrieb 1984. Die Anlage der Tankstelle wurde jedoch ohne gravierende Veränderungen bis 2018 verpachtet. „Die letzten Eigentümer, die Söhne des Tankstellenbesitzers, haben das Ensemble bewusst an unser Museum verkauft. Sie unterstützen persönlich die Translozierung“, sagt Stefan Zimmermann.
Die „Königsberger Straße“
Mit dem Großprojekt „Königsberger Straße“ errichtet das Freilichtmuseum am Kiekeberg in den kommenden Jahren eine Baugruppe mit Gebäuden, die typisch für das Leben in der Nachkriegszeit sind und bis heute das Erscheinungsbild von Dörfern in ganz Deutschland prägen. „Die Umbrüche in dieser spannenden Zeit betreffen jeden Dorfbewohner“, sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. „Wir stellen dar, wie Einheimische, aber auch Neubürger die Aufbauzeit erlebten.“
Das Freilichtmuseum am Kiekeberg baut sechs Gebäude mit entsprechender Einrichtung auf, legt Gärten und Straßen an. In ihnen zeigen Ausstellungen auch politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen in Deutschland. Bewohnergeschichten und Einzelschicksale aus der Zeit illustrieren besonders eindringlich die individuellen Auswirkungen. Das Museum wählte regionaltypische Gebäude mit aussagekräftigen Geschichten aus, die in gleicher Weise für die gesamtdeutsche Entwicklung stehen:
- eine Tankstelle (Eröffnung 15.9.2019)
- eine Ladenzeile mit sechs Geschäften,
- ein Doppelhaus und ein Siedlungshaus,
- einen Aussiedlerhof, ein landwirtschaftlicher Betrieb mit hohem Technisierungsgrad außerhalb des Dorfes,
- ein Fertighaus als neuer Bautyp.