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“Zwischen Krume und Knust – Deutsche Brotkultur”

Das Brot gehört zu den Hauptnahrungsmitteln der Deutschen. 80 Kilogramm isst ein Bürger im Durchschnitt pro Jahr. Die neue Sonderausstellung „Zwischen Krume und Knust – Deutsche Brotkultur“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg beleuchtet dieses wichtige Nahrungsmittel aus drei Perspektiven: Geschichte, Kultur und Handwerk. Die Ausstellung ist vom 10. Februar bis zum 23. September im Agrarium des Freilichtmuseums am Kiekeberg zu sehen. Der Eintritt kostet 9 Euro, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.

Deutschland ist Brotland – über 3.200 Sorten führt das deutsche Brotregister. Die Ausstellung „Zwischen Krume und Knust – Deutsche Brotkultur“ zeigt die Gründe: neue Technologien bei Mühlen und Öfen, Spezialzüchtungen beim Getreide, Statussymbol der Reichen; selbst die neuen Luxusartikel aus den Kolonien begünstigten den Siegeszug des Brotes. „Wir geben in unserer Ausstellung einen Rundum-Blick“, sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. „Wie kam es zum Siegeszug des Brots? Warum setzte es sich seit dem Mittelalter durch? Aber auch: Welche Technologien gibt es heute, wie arbeiten moderne Bäcker und welche Trends verfolgen sie?“ Dazu arbeitet das Freilichtmuseum mit der Hamburger Bäckerinnung zusammen.

Die Sonderausstellung ist im Agrarium, der deutschlandweit einzigen Ausstellungswelt zu Land- und Ernährungswirtschaft, eingebettet. Hier sehen Besucher, wie es zum Frühstück am Morgen mit Brötchen und Kaffee kam, was das traditionelle Bäckerhandwerk heute ausmacht und wie die Kartoffel den Brotverzehr veränderte. Denn: Die Kartoffel, geschmacksneutral, leicht zu verarbeiten und vielseitig verwendbar, kam ab dem 17. Jahrhundert langsam auf den Esstisch. Sie erweiterte den Speiseplan – und der Brotverzehr fiel drastisch: Von 400 bis 500 Gramm pro Tag bis ins 19. Jahrhundert auf heute täglich 220 Gramm. Bio, Vollkorn, Allergien, Diät-Moden – am Brot sind auch der gesellschaftliche Wandel und Vorstellungen vom „gesunden Leben“ ablesbar.

Wie vor der modernen Fertigung Brot gebacken wurde, zeigen die Museumsbäcker am Kiekeberg: Täglich backen sie frisches Brot und Kekse in den Holzbacköfen wie um 1950. Regelmäßig wird auch der Lehmbackofen von 1800 angefeuert und Besuchern das schwierige Backen ohne Thermometer und Zeitschaltuhr gezeigt.

 

Die Ausstellung ist vom 10. Februar bis 23. September:
Dienstag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr
Sonnabend/Sonntag, 10 bis 18 Uhr